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Ratgeber

Die Einlaufphase im Aquarium

Ein neues Becken braucht einige Wochen, bis sich Bakterien angesiedelt haben, die Fischabfälle abbauen. Hier steht, was in dieser Zeit passiert, was du misst und wann die ersten Tiere einziehen dürfen.

Was passiert in der Einlaufphase?

Futterreste und Ausscheidungen werden zu Ammonium (NH₄⁺). Bei höherem pH wird daraus zum Teil Ammoniak (NH₃), das schon in kleinen Mengen giftig ist. Bakterien im Filter und im Bodengrund bauen Ammonium zu Nitrit (NO₂⁻) ab, ebenfalls giftig. Eine zweite Gruppe Bakterien macht daraus Nitrat (NO₃⁻), das in normalen Mengen harmlos ist und mit dem Wasserwechsel und von den Pflanzen entfernt wird.

In einem neuen Becken fehlen diese Bakterien. Sie wachsen langsam, die zweite Gruppe langsamer als die erste. Deshalb steigt zuerst Ammonium, dann Nitrit, oft stark (der „Nitritpeak“), und erst danach Nitrat. Eingelaufen ist das Becken, wenn Ammonium und Nitrit dauerhaft bei null liegen und Nitrat messbar ist.

Wie lange dauert die Einlaufphase?

  • Ohne Hilfe: meist 3 bis 5 Wochen, manchmal länger.
  • Mit Filtermaterial oder Bodengrund aus einem eingelaufenen Becken: oft 2 bis 4 Wochen. Das ist der zuverlässigste Weg, die Einlaufphase abzukürzen.
  • Mit Starterbakterien: Sie können helfen, ersetzen aber das Messen nicht. Auch dann sind Werte die einzige verlässliche Aussage.
  • Nicht vor Tag 14: Selbst wenn die Werte früher gut aussehen, reicht die Bakterienmenge für einen vollen Besatz meist noch nicht.

Was du misst

Miss in der Einlaufphase alle 2 bis 3 Tage Ammonium, Nitrit und Nitrat, dazu pH und Temperatur. Mit Tröpfchentests geht das genauer als mit Teststreifen.

  • Sicher: Ammonium und Nitrit höchstens 0,1 mg/l, Nitrat messbar (mindestens 5 mg/l).
  • Eingelaufen: zwei sichere Messungen in Folge, frühestens nach 14 Tagen. Dann dürfen die ersten, robusten Tiere einziehen, nicht gleich der ganze Besatz.
  • Kieselalgen (brauner Belag) sind in dieser Phase normal und verschwinden meist von selbst.

Mit Tieren oder ohne?

Am schonendsten läuft ein Becken ohne Tiere ein, mit Pflanzen und etwas Futter oder einer Ammoniumquelle als Nahrung für die Bakterien. Die hohen Werte schaden dann niemandem.

Sind schon Tiere im Becken, musst du reagieren, sobald Ammonium oder Nitrit steigen: Wasserwechsel von 30 bis 50 %, sparsam füttern, keine neuen Tiere. Schnell wachsende Pflanzen wie Hornkraut oder Wasserpest nehmen Ammonium auf und entlasten das Becken in beiden Fällen.

Der Einlaufphasen-Assistent in der App

Aqualizer begleitet die Einlaufphase: Erinnerungen zum Messen, eine Einschätzung nach jeder Messung und die Freigabe erst, wenn es wirklich passt. Ohne Tiere pausieren Wasserwechsel-Erinnerungen, mit Tieren warnt die App bei Nitrit sofort.

  • Mess-Erinnerung im gewählten Rhythmus
  • Phase und geschätzte Restdauer
  • Freigabe nach zwei sicheren Messungen

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Häufige Fragen zur Einlaufphase

Wie lange muss ein Aquarium einlaufen?

Meist 3 bis 5 Wochen. Mit Filtermaterial aus einem eingelaufenen Becken oft nur 2 bis 4 Wochen. Entscheidend sind die Werte: Ammonium und Nitrit müssen bei zwei Messungen in Folge bei höchstens 0,1 mg/l liegen, frühestens nach 14 Tagen.

Wann kann ich die ersten Fische einsetzen?

Wenn Ammonium und Nitrit dauerhaft bei null liegen und Nitrat messbar ist. Setze dann zuerst wenige, robuste Tiere ein und steigere den Besatz über einige Wochen. Empfindliche Arten wie Otocinclus oder Bienengarnelen erst in ein Becken, das schon Monate läuft.

Was ist der Nitritpeak?

Der Zeitraum, in dem Nitrit stark ansteigt, weil die Bakterien, die Nitrit abbauen, langsamer wachsen als die, die es erzeugen. Meist in der zweiten oder dritten Woche. Danach fällt Nitrit innerhalb weniger Tage auf null.

Kann ich die Einlaufphase beschleunigen?

Am besten mit Filtermaterial, Bodengrund oder Pflanzen aus einem gesunden, eingelaufenen Becken. Starterbakterien können helfen. Viele schnell wachsende Pflanzen stabilisieren das Becken zusätzlich.

Muss ich in der Einlaufphase Wasser wechseln?

Ohne Tiere nicht unbedingt, die Bakterien brauchen das Ammonium als Nahrung. Mit Tieren ja, sobald Ammonium oder Nitrit steigen: 30 bis 50 %. Vor dem ersten Besatz lohnt ein großer Wechsel, um das angesammelte Nitrat zu senken.